Bekannte Gründe sind Überforderung, Unterforderung, ein Thema, das noch nicht sitzt, oder emotionale Belastung. Diese vier werden in Beratungen zuerst geprüft und sind wichtig.
Es gibt aber einen fünften Grund, der selten geprüft wird. Kinder nehmen Informationen auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten auf. Die eine sucht aktiv, bündelt und braucht vorher einen klaren Rahmen. Die andere nimmt breit auf, verarbeitet im Hintergrund und liefert zeitversetzt.
Wird ein Kind mit der zweiten Aufnahmeweise nach der ersten begleitet, arbeitet es jeden Nachmittag gegen sein eigenes System. Es entsteht Zeitverlust, der nach fehlender Anstrengung aussieht, aber keiner ist.
Praktisch heißt das: Vor der ersten Aufgabe einen Satz zum Rahmen sagen, nach dem Üben nicht sofort abfragen, und die Uhrzeit prüfen. Nach einem Schultag braucht das Nervensystem meist ein bis zwei Stunden, bevor es wieder aufnahmefähig ist.