Der Verdacht, das eigene Kind könnte, wenn es nur wollte, ist einer der häufigsten Gedanken von Eltern. Er entsteht aus einer echten Beobachtung: Dasselbe Kind, das bei Hausaufgaben nach Minuten abschweift, versinkt bei einem anderen Thema für eine Stunde.
Genau dieser Widerspruch ist der Beweis dafür, dass es nicht am Willen liegt. Bei dem einen Thema stimmt der Zugang, bei dem anderen nicht.
Hilfreich ist ein Perspektivwechsel: Statt zu fragen, wie mehr Motivation entsteht, lohnt die Frage, unter welchen Bedingungen dieses Kind überhaupt aufnahmefähig ist. Das ist keine Nachsicht, sondern Genauigkeit.