Kinder mit einem aufnehmenden Emotionszentrum haben keinen inneren Filter für die Stimmungen um sie herum. In der Schule, in der Kita oder auf einer Familienfeier nehmen sie ununterbrochen auf, was im Raum liegt, auch das, was niemand ausspricht. Sie funktionieren dabei oft erstaunlich gut, passen sich an und fallen nicht auf.
Die Reaktion kommt zeitversetzt. Sobald das Kind wieder an einem Ort ist, an dem es sich sicher fühlt, entlädt sich, was sich über Stunden angesammelt hat. Weil der Auslöser dann winzig ist, ein falsches Wort, ein Pullover, eine Frage, wirkt die Reaktion überzogen.
Für Eltern ist das entlastend zu wissen: Der Ausbruch zu Hause ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft, sondern dafür, dass Euer Zuhause der sichere Ort ist. Was das Kind braucht, ist nicht Ermahnung, sondern ein ruhiger Übergang zwischen draußen und drinnen.