Eine der häufigsten Fehldeutungen im Alltag betrifft genau diese Stelle. Ein Kind, das die Stimmungen seiner Umgebung aufnimmt und deshalb wechselhaft wirkt, gilt schnell als von Natur aus schwierig oder sensibel. Tatsächlich reagiert es auf etwas, das gar nicht von ihm stammt.
Ein guter Prüfstein ist die Frage, ob sich die Stimmung des Kindes verändert, wenn sich der Raum verändert. Kinder, deren Gefühle aus dem Umfeld kommen, wirken bei der einen Freundin ausgeglichen und nach dem Besuch bei der anderen aufgewühlt, ohne dass etwas vorgefallen wäre.
Was hilft, ist eine ehrliche und ruhige Atmosphäre zu Hause und die wiederholte Erfahrung, dass ein Kind fremde Gefühle nicht tragen muss. Kinder können früh lernen, zwischen dem Eigenen und dem Aufgenommenen zu unterscheiden, wenn Erwachsene ihnen die Unterscheidung überhaupt anbieten.