Rieke, vier Jahre alt, sagt im Kindergarten zu fast allem erst einmal Nein. Zum Anziehen, zum Morgenkreis, zum Händewaschen. Ihre Erzieherin hat vieles probiert: Wahlmöglichkeiten, Belohnungssticker, klare Ansagen. Manchmal klappt es, oft nicht. Irgendwann fragt sie sich, ob sie etwas Grundlegendes an Rieke noch gar nicht verstanden hat.
Genau mit dieser Frage beginnen viele Fachkräfte eine Human Design Ausbildung. Sie suchen keine weitere Methode, sondern einen Blick darauf, wie ein Kind angelegt ist. Was sie dabei konkret lernen, lässt sich gut entlang der Stufen beschreiben.
Der Weg ist berufsbegleitend in drei Stufen aufgebaut: Basic, Level Up und Master. Basic besteht aus den beiden Teilen Blueprint und Signature. Jede Stufe ist in sich abgeschlossen. Du kannst also mit den Grundlagen beginnen und später entscheiden, ob du weitergehst. Ob du dafür Vorkenntnisse brauchst, beschreibt der Beitrag zu Vorwissen für die Ausbildung.
Alle Inhalte werden für Altersstufen vom Säugling bis zum Jugendalter eigens beschrieben. Sie werden an Alltagssituationen durchgespielt, die du aus Familie, Kita und Schule kennst: der Morgen, die Kita, der Schultag, die Hausaufgaben, der Esstisch und der Abend. So bleibt das Wissen nie abstrakt. Ein Projektorkind im Säuglingsalter zeigt seine Art anders als ein Projektorkind in der fünften Klasse, und beides wird eigens beschrieben. Die Tabelle zeigt die Stufen im Überblick.
| Stufe | Schwerpunkt | Beispiele für Inhalte |
|---|---|---|
| Basic: Blueprint | Grundlagen | fünf Energietypen im Kindesalter, neun Zentren, Strategie im Familienalltag, Autoritäten |
| Basic: Signature | Vertiefung | sechs Linien und zwölf Profile, offene und definierte Zentren, Stress, Konditionierung |
| Level Up | das gesamte Chart | Synergie, Konditionierungen, Definitionen und Splits, 64 Tore, 36 Kanäle, Reading-Aufbau |
| Master | Spezialisierungen | Schlaf, Lernen, Ernährung, Motivation, Familienfeld, ätherische Öle |
Im Teil Blueprint lernst du die fünf Energietypen im Kindesalter kennen, die neun Zentren und die Strategie jedes Typs im Familienalltag. Dazu kommen die Autoritäten, also die inneren Entscheidungswege, und wie Entscheidungsprozesse bei Kindern aussehen. Schon hier verändert sich oft der Blick auf Situationen wie Riekes ständiges Nein.
Im Teil Signature geht es um die sechs Linien und die zwölf Profile. Offene und definierte Zentren werden vertieft. Du lernst, Stress und Überforderung zu erkennen und Konditionierung bei Kindern zu sehen und zu benennen, also das, was ein Kind von außen aufgenommen hat. Außerdem übst du die Anwendung in Familie, Kita, Schule und Begleitung.
Für viele Fachkräfte ist Basic bereits ein vollständiger Werkzeugkasten für den Berufsalltag. Die weiteren Stufen bauen darauf auf, setzen die Grundlagen aber sicher voraus.
Level Up umfasst sechs Module. Das erste zeigt die Synergie, also wie Typ, Profil, Zentren und Autorität zusammenspielen. Es folgen Konditionierungen bei Kindern, die energetische Organisation mit Definitionen, Splits und Schaltkreisen, die 64 Tore, die 36 Kanäle und schließlich der Aufbau eines Readings. Danach kannst du ein Chart als Ganzes lesen, nicht nur in Einzelteilen.
Master führt auf die Ebene der Variablen, der kleinen Pfeile neben dem Kopfzentrum. Die sechs Spezialisierungen heißen Schlaf mit der Umgebung, Lernen mit der Perspektive, Ernährung mit dem Primary Health System, Motivation, Familienfeld und ätherische Öle. Mehr über diese Ebene erklärt der Beitrag zu den vier Variablen im Human Design.
Wie ein Chart mit Zentren, Kanälen, Toren und Pfeilen aussieht, kannst du dir mit dem kostenlosen Chartrechner ansehen. Laut Übersicht umfasst Level Up rund 2.327 Seiten, Master rund 4.941 Seiten mit rund 410 Lernstunden.
Zu jedem Kapitel gibt es Videos, meist 10 bis 30 Minuten lang. Workbooks enthalten Merksätze, Beispiele und Beobachtungsaufgaben, die du direkt in deinem Alltag mit Kindern ausprobieren kannst. Dazu kommen Werkzeugkästen, Referenzkarten zum Nachschlagen, Playbooks für typische Situationen und Fallbeispiele.
Zum Rahmen gehören ein persönliches Gespräch vor der Ausbildung, Supervision während der Ausbildung und eine Ethikverpflichtung zum Abschluss. Die Fallarbeit findet an echten Charts statt. Am Ende der vollständigen Ausbildung steht das Berufsbild, das der Beitrag über den Kids & Family Guide beschreibt.
Durch alle Module zieht sich eine entpathologisierende Grundhaltung. Der Satz „An deinem Kind ist nichts falsch“ ist dabei kein Motivationsspruch, sondern eine fachliche Haltung: Du suchst nach Bedingungen, nicht nach Defiziten. Diese Haltung prägt auch die Sprache, mit der du später mit Eltern über ihr Kind sprichst.
Die Erzieherin von Rieke liest heute Situationen anders. Sie hat erkannt, dass Rieke Zeit braucht, bevor sie sich auf etwas einlässt, und fragt nicht mehr fünfmal nach, sondern lässt ihr einen Moment. Das Nein ist seltener geworden, ohne dass Rieke sich verbiegen musste. Im Team kann sie ihre Beobachtungen jetzt so beschreiben, dass Kolleginnen sie nachvollziehen, und im Elterngespräch findet sie Worte, die entlasten statt zu bewerten. Welche Fortbildungsinhalte dir dabei am meisten helfen, beschreibt auch der Beitrag zu Fortbildungen für ein besseres Kinderverständnis. Typische Anwendungen sind:
In der Ausbildung lernst du in drei Stufen, Kinder und Familiensysteme mit Human Design fundiert zu lesen und in deiner Arbeit sicher anzuwenden.
Zur AusbildungGespräch anfragenNein. Jede Stufe ist in sich abgeschlossen. Viele Fachkräfte beginnen mit Basic und entscheiden danach, ob sie tiefer gehen möchten. Wer später eigenständig Familien begleiten will, braucht die vollständige Ausbildung. Wie lange die einzelnen Wege dauern, beschreibt der Beitrag zur Dauer einer Human Design Ausbildung.
Ja, zwangsläufig. Wer Charts von Kindern liest, liest immer durch die eigene Brille. Deshalb gehört es dazu, das eigene Design zu kennen. Viele Fachkräfte merken dabei, warum sie mit bestimmten Kindern leicht und mit anderen schwer in Kontakt kommen, und können das in ihrer Arbeit bewusst berücksichtigen.
Die Inhalte sind für Fachkräfte und interessierte Eltern gleichermaßen verständlich, weil sie an Alltagssituationen erklärt werden. Eltern nutzen vor allem die Grundlagen, um ihre Kinder besser zu verstehen. Wer beruflich mit Familien arbeiten möchte, findet in den weiteren Stufen den nötigen Tiefgang und den professionellen Rahmen.
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