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Warum verändert sich unsere Familie mit dem dritten Kind so stark?

Weil eine Familie kein Vorrat ist, sondern ein Gefüge. Mit jeder weiteren Person steigt die Zahl der Zweierbeziehungen sprunghaft: Bei vier Menschen sind es sechs, bei fünf schon zehn. Die Eltern bemühen sich nicht weniger, ihre Aufmerksamkeit verteilt sich nur auf mehr Beziehungen. Hilfreich ist, bewusst mit kleineren Untergruppen zu arbeiten.
Kurz erklärt
  • Eine Familie ist ein Gefüge, in dem jede neue Person viele neue Beziehungen schafft.
  • Mit dem dritten Kind steigen die Zweierbeziehungen von sechs auf zehn.
  • Fünf Menschen gelten als obere und schwierige Größe einer Familienform.
  • Das älteste Kind rückt bei wachsender Familie fast immer in eine Zwischenposition.
  • Untergruppen entlasten mehr als der Anspruch, dass immer alle dabei sind.

Adrian ist acht, Thea fünf, und seit vier Monaten gibt es das Baby. Die Eltern hatten mit mehr Arbeit gerechnet, mit Windeln und kurzen Nächten. Womit sie nicht gerechnet haben: Adrian und Thea streiten plötzlich ständig, obwohl sie früher gut miteinander ausgekommen sind, und abends sind beide Eltern so erschöpft wie nie zuvor.

„Wir machen doch nicht weniger als vorher“, sagt die Mutter. Das stimmt. Die Eltern strengen sich sogar mehr an. Dass es sich trotzdem schwerer anfühlt, liegt nicht an ihnen, sondern an der neuen Form der Familie.

Warum wird der Familienalltag mit jedem Kind überproportional anstrengender?

Eine Familienform ist kein Vorrat, der sich auf mehr Menschen verteilt. Sie ist ein Gefüge. Mit jeder weiteren Person steigt die Zahl der Zweierbeziehungen sprunghaft. Jede dieser Beziehungen will gepflegt werden, hat eigene Konflikte und eigene gute Momente.

Bei drei Menschen gibt es drei Zweierbeziehungen, bei vier sind es sechs, bei fünf zehn. Eine Familie, die zu viert war, bekommt mit dem dritten Kind nicht nur eine Person dazu. Die Zahl der Zweierbeziehungen steigt von sechs auf zehn, während die Erwachsenen dieselben bleiben.

Die Eltern bemühen sich also nicht weniger. Ihre Aufmerksamkeit verteilt sich nur auf mehr Beziehungen. Dazu kommt, dass jedes Kind auch mit jedem Geschwisterkind eine eigene Beziehung hat, die sich ohne Zutun der Eltern entwickelt. Deshalb verändert sich plötzlich auch das Verhältnis zwischen Kindern, die sich bisher gut verstanden haben.

Menschen in der FamilieZweierbeziehungenWas die Form ausmacht
dreidreiEin Kind erlebt früh, dazuzugehören oder außen zu stehen.
viersechsDie Gruppe lässt sich in zwei Paare teilen, ohne dass jemand übrig bleibt.
fünfzehnobere und ausdrücklich schwierige Größe der Form

Was sagt Human Design über die Größe einer Familie?

Im Human Design beschreibt das Familienfeld die Form, die entsteht, sobald mindestens drei Menschen dauerhaft zusammenleben. Diese Form steht über dem Einzelnen, und ihre Größe verändert die Bedingungen für alle. Mehr dazu erklärt der Beitrag über das Familienfeld im Human Design.

Eine Vierergruppe lässt sich in zwei Paare teilen, ohne dass jemand übrig bleibt. Fünf Menschen gelten dagegen als obere und ausdrücklich problematische Größe der Form. Bei fünf bleibt bei jeder Aufteilung in Paare jemand allein. Einzelkinder in Dreierformen kennen dieses Gefühl früh: entweder dazuzugehören oder auszuschließen.

Die Größe sagt dabei nichts über die Menschen, sondern über die Bedingungen, unter denen sie zusammenleben. Wie jedes einzelne Familienmitglied diese Form erlebt, zeigt sein eigenes Chart. Kinder mit vielen offenen Zentren nehmen die Unruhe einer größeren Familie besonders stark auf. Die Charts eurer Familie berechnet ihr mit dem kostenlosen Chartrechner.

Warum rückt das älteste Kind in eine Zwischenposition?

Das älteste Kind rückt bei wachsender Familie fast immer in eine Zwischenposition. Es gehört nicht mehr ganz zu den Kindern, weil es als vernünftig und groß gilt. Es gehört aber auch nicht zu den Erwachsenen. Adrian wird plötzlich gebeten, auf Thea aufzupassen, und gleichzeitig ermahnt, wenn er mit ihr streitet wie ein Kind.

Positionswechsel sind für Kinder besonders anstrengend, weil sie nicht angekündigt werden. Niemand sagt Adrian, dass er jetzt eine andere Stellung hat. Er spürt es nur und reagiert darauf. Wie sich die Geburt eines Geschwisterkinds für ältere Kinder anfühlt, beschreibt der Beitrag, was sich für das ältere Kind durch ein Geschwisterchen verändert.

Auch das mittlere Kind verliert eine Position. Thea war bisher die Jüngste. Jetzt ist sie weder die Große noch die Kleine. Häufiger Streit zwischen Geschwistern ist in dieser Zeit deshalb oft ein Ausdruck neu sortierter Positionen, wie auch der Beitrag, warum Kinder immer wieder um dasselbe streiten, zeigt.

Wer ist in einer größeren Familie am stärksten belastet?

In größeren Familien bilden sich im Alltag Untergruppen. Ein Elternteil ist mit dem Baby beschäftigt, der andere mit den beiden Älteren. Oder die zwei Großen spielen zusammen, während ein Elternteil kocht. Solche Untergruppen sind keine Spaltung, sondern ein natürlicher Weg, mit der Größe umzugehen.

Die Person, die in zwei Untergruppen steht, ist meist die meistbelastete der Familie. Das kann ein Elternteil sein, das zwischen Baby und Schulkind pendelt. Es kann aber auch ein Kind sein, das zwischen den Eltern und den jüngeren Geschwistern vermittelt. Oft ist es das älteste Kind in seiner Zwischenposition.

Wer das weiß, kann gezielt entlasten. Die Frage lautet dann nicht, wer sich zu wenig anstrengt, sondern wer gerade in zwei Gruppen gleichzeitig steht. Trägt ein Kind dabei dauerhaft zu viel, lohnt der Beitrag, warum ein Kind so viel Verantwortung in der Familie trägt.

Was könnt ihr konkret tun, wenn eure Familie größer wird?

Hilfreich ist, bewusst mit Untergruppen zu arbeiten, statt darauf zu bestehen, dass immer alle dabei sind. Adrians und Theas Eltern haben den Samstagvormittag aufgeteilt: Ein Elternteil geht mit Adrian zum Schwimmen, der andere bleibt mit Thea und dem Baby zu Hause. Am Nachmittag sind alle zusammen, und der Streit ist deutlich seltener.

Vor absehbaren Veränderungen, etwa einer Schwangerschaft oder einem Zusammenzug, lohnt es sich, die neue Form vorher zu bedenken. Auch Rückzug wird in größeren Familien wichtiger, wie der Beitrag, wie viel Rückzug in einer Familie normal ist, zeigt. Diese Schritte helfen im Alltag:

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Wie ist euer Kind angelegt?

Mit dem Chartrechner seht ihr Energietyp, Profil, Zentren und Variablen eures Kindes auf einen Blick. Ihr braucht nur Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.

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Häufige Fragen

Ist eine Familie mit drei Kindern automatisch schwieriger?

Nicht die Menschen sind schwieriger, sondern die Bedingungen. Mit fünf Personen gibt es mehr Beziehungen, und bei jeder Aufteilung in Paare bleibt jemand übrig. Viele Familien mit drei Kindern leben sehr glücklich zusammen. Sie gehen oft bewusster mit Untergruppen und Rückzug um, als es kleinere Familien müssen.

Warum streiten meine älteren Kinder seit der Geburt des Babys mehr?

Weil sich ihre Positionen verändert haben. Das Älteste rückt in eine Zwischenposition, das mittlere Kind ist nicht mehr das Jüngste. Beide suchen ihren neuen Platz, und das zeigt sich oft im Streit miteinander. Mit der Zeit und einer bewussten Anerkennung der neuen Positionen legt sich das meist wieder.

Gilt das auch für Patchworkfamilien, in denen Kinder dazukommen?

Ja, sogar besonders. Kommen durch einen Zusammenzug gleich mehrere Menschen dazu, steigt die Zahl der Zweierbeziehungen noch sprunghafter. Dazu kommen zwei Formen, zwischen denen Kinder wechseln, und Positionen, die sich gleich mehrfach verschieben. Mehr dazu lest ihr im Beitrag, wie das in einer Patchworkfamilie funktioniert.

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